Volkstrauertag
Es ist gute Tradition, dass wir jedes Jahr im November hier an dieser Stelle den Volkstrauertag begehen.
Der Gemeinderat, die örtlichen Vereine und die Bürgerinnen und Bürger gedenken der Opfer der beiden Weltkriege im letzten Jahrhundert sowie den Opfern der Gewaltherrschaft im 3. Reich.
1919 - also vor 90 Jahren - hat der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge - unter dem schlimmen Eindruck des 1. Weltkrieges - diesen Tag ins Leben gerufen, um an mehr als 10-Millionen Kriegsopfer zu erinnern. Zwischen 1939 und 1945 folgten die über 50 Millionen Opfer des 2. Weltkrieges.
Unser Kriegerdenkmal hier spiegelt in seinen beiden Bereichen die zwei Weltkriege mit ihren Opfern aus unserer Gemeinde wieder: Das Ehrenmal mit dem Soldaten den 1. Weltkrieg und die Stellen weiter vorne zu beiden Seiten des Weges den 2. Weltkrieg.
Seit mehr als 60 Jahren hat sich hier in und für Malberg keine Veränderung ergeben.
Dies ist leider in Deutschland nicht mehr überall so: Seit 1990 sind über 80 Soldaten der Bundeswehr bei Einsätzen im Ausland ums Leben gekommen.
In Deutschland gibt es somit wieder Orte, an denen die Kriegerdenkmäler nochmals erweitert werden müssen. Selbst unser Staat hat in diesem Jahr eine zentrale Gedenkstelle für die Opfer der Bundeswehr errichtet.
Leid und Trauer sind uns damit wieder näher gerückt und werden uns regelmäßig durch die Medien in Erinnerung gerufen.
Wir gedenken heute der Kriegsopfer weltweit, aber vor allem der Opfer hier aus Malberg.
Mir persönlich sagen die Menschen, die sich hinter den Namen auf den Gedenksteinen befinden, nichts. Dies wird wahrscheinlich für die Meisten von uns hier so sein. Die Wenigsten werden noch einen dieser Menschen persönlich gekannt haben.
Und doch denke ich als Teil meiner Familie darüber nach, wie es für die Eltern, die Geschwister und Freunde der Toten gewesen sein muss, diese Menschen durch die Gewalt des Krieges zu verlieren; oft über Jahre zu wissen, dass ein geliebter Mensch sich täglich in tödlicher Gefahr befindet, sich um ihn zu sorgen, zu hoffen und für seine gesunde Wiederkehr zu beten, um am Ende doch die Nachricht von seinem Tod ertragen zu müssen.
Meine Gedanken machen mir klar, wie wertvoll unsere lange Zeit des Friedens hier in Europa ist. Über 64 Jahre leben wir nun in Frieden mit unseren Nachbarn. Eine so lange Friedenszeit gab es hier bei uns noch nie!
Unsere heutige Gedenkfeier gibt uns allen ein wenig Zeit hierüber nachzudenken. Sie soll uns Motivation sein alles Notwendige zu tun, um auch weiterhin unseren Frieden zu erhalten.
Der Volkstrauertag erinnert uns an die schmerzliche Vergangenheit; er ist gleichzeitig Auftrag an uns alle unseren Frieden - ob im Ort, in Deutschland, oder in der Welt - sicherer zu machen oder wiederherzustellen.